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23.01.2026

Fachgespräch zur Kinderbetreuung

Finanzierung und Fachkräftemangel im Mittelpunkt

Ein intensiver und offener Austausch prägte das Fachgespräch zur Zukunft der Kinderbetreuung im Sängerheim Estenfeld. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreter aus Verwaltungen, Einrichtungsleitungen, Fachaufsicht und Träger – folgten der Einladung der Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer und Thomas Huber. Im Mittelpunkt standen vor allem die Finanzierung der Kindertagesbetreuung, der anhaltende Fachkräftemangel sowie die jüngsten Umschichtungen im bayerischen Staatshaushalt.



Von Beginn an entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der zahlreiche Wortmeldungen aus der Praxis deutlich machten, unter welchem Druck Kommunen und Einrichtungen aktuell stehen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen unmittelbar an die Landespolitik heranzutragen und konkrete Fragen zu stellen.

MdL Björn Jungbauer erläuterte dabei die finanzpolitischen Entscheidungen der Staatsregierung. „Durch die Umschichtung des Kinderstartgeldes investieren wir massiv in die Kindertagesbetreuung. Das ist ein starkes Signal für Familien und Einrichtungen vor Ort“, sagte Jungbauer. Bereits im kommenden Jahr stünden dadurch 280 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, bis 2030 summiere sich dieser Betrag auf insgesamt drei Milliarden Euro. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen und die Kommunen dauerhaft zu entlasten.
Einen besonderen Schwerpunkt setzte MdL Thomas Huber, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie im Bayerischen Landtag. Er ging ausführlich auf die Rückmeldungen aus der Praxis ein und machte deutlich, dass Finanzierung und Fachkräftemangel untrennbar miteinander verbunden seien. „Wir wissen, dass Geld allein nicht alle Probleme löst, aber ohne eine verlässliche Finanzierung lassen sich weder Personal halten noch neue Fachkräfte gewinnen“, betonte Huber.

Der direkte Austausch sei für die Arbeit im Landtag von großer Bedeutung, so Huber weiter: „Solche Gespräche zeigen uns sehr klar, wo die Herausforderungen im Alltag liegen. Diese Erfahrungen fließen unmittelbar in die Beratungen zum Staatshaushalt und zu gesetzlichen Anpassungen ein“. Gerade beim Thema Fachkräftemangel brauche es pragmatische Lösungen, etwa durch Qualifizierungswege, Entlastung der Fachkräfte und weniger Bürokratie.
Mehrfach wurde aus dem Kreis der Teilnehmenden darauf hingewiesen, dass steigende Anforderungen, Personalausfälle und administrative Belastungen den Betrieb vieler Einrichtungen zunehmend erschweren. Huber griff diese Punkte auf und unterstrich: „Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit den Kommunen und Trägern Rahmenbedingungen zu schaffen, die pädagogische Qualität sichern und die Arbeit in den Kitas wieder attraktiver machen“.
Am Ende des Fachgesprächs zogen Jungbauer und Huber ein positives Fazit. Der intensive Austausch habe gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik und Praxis sei. Beide Abgeordneten dankten allen Beteiligten für ihre Offenheit und ihr Engagement. Das Fachgespräch in Estenfeld habe wertvolle Impulse geliefert, die in die weitere parlamentarische Arbeit zur Zukunft der Kinderbetreuung in Bayern einfließen sollen.