Landkreis Würzburg. Weniger Bürokratie, günstigere Preise und eine schnelle Beschaffung direkt aus einer Hand – was bislang für viele Kommunen ein frommer Wunsch blieb, wurde nun Wirklichkeit: Im Rahmen einer ersten bayernweiten Sammelbeschaffung von Löschgruppenfahrzeugen des Typs LF10 beteiligen sich aus dem Landkreis Würzburg die Gemeinden Bieberehren, Gerbrunn sowie die Stadt Ochsenfurt für den Stadtteil Hohestadt an dem neuen Modell. Damit reihen sie sich in einen beeindruckenden Kreis ein: Bayernweit sind 171 Kommunen dabei, allein aus Unterfranken sind es 23. Möglich machte die Sammelbeschaffung eine Initiative der CSU-Landtagsfraktion aufgrund eines Antrags von Thorsten Schwab, dem CSU-Stimmkreisabgeordneten aus Main-Spessart.
Landtagsabgeordneter Björn Jungbauer (CSU) aus dem Landkreis Würzburg ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Margetshöchheim und kennt die Fahrzeugbeschaffung aus verschiedenen Perspektiven. „Für mich ist das Pilotprojekt mehr als nur ein verwaltungstechnischer Fortschritt. Aus meiner Zeit als 1. Bürgermeister weiß ich, wie hoch der Aufwand ist, Feuerwehrfahrzeuge zu kaufen. Aber auch als Feuerwehrmann begrüße ich den gemeinsamen Kauf ausdrücklich“.
Koordiniert wurde die aktuell laufende europaweite Ausschreibung vom Landesfeuerwehrverband Bayern (LFV Bayern) als zentrale Beschaffungsstelle im Auftrag des Innenministeriums. Das Ziel ist ambitioniert: „Wir erwarten damit deutlich günstigere Gesamtpreise. In anderen Bundesländern konnten bei diesem Verfahren Einsparungen von über 100.000 Euro je Fahrzeug erreicht werden“, so Jungbauer (CSU). Mehrere Varianten des LF10 Bayern standen den Kommunen zur Wahl, beispielsweise auch eine mit einer Tragkraftspritze. Die Fahrzeuge werden abgenommen und einsatzbereit übergeben. „Individuelle Sonderwünsche sind bei der Sammelbeschaffung nicht möglich, aus meiner Sicht nicht immer nötig und führen zu höheren Kosten“, so der aktive Feuerwehrmann weiter. Die Sammelbestellung ist nun ein zusätzlicher Weg für Kommunen, diese erhalten dabei auch eine höhere Förderung gegenüber dem Einzelkauf. „Diese neue Möglichkeit der gemeinsamen Beschaffung ist ein echter Gewinn: Wir sparen Zeit, reduzieren Bürokratie und ermöglichen unseren Gemeinden, qualitativ hochwertige Fahrzeuge zu attraktiven Preisen zu bekommen. Dass sich allein im Landkreis Würzburg drei Kommunen beteiligen und in ganz Unterfranken 23 dabei sind, zeigt mir: Die Idee überzeugt, weil sie aus der Praxis kommt."
Ausdrücklich bedankt sich Jungbauer bei allen, welche das Verfahren aktiv mit begleiten: beim Landesfeuerwehrverband Bayern und dessen Vorsitzenden Johannes Eitzenberger für die Koordination und fachliche Begleitung des Pilotprojekts, beim Bayerischen Innenministerium für die Unterstützung sowie bei seinem Landtagskollegen Thorsten Schwab, welcher die Initiative maßgeblich eingebracht hat. Der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus wird auch hier wieder Vorteile bringen ist sich Jungbauer sicher und verweist beispielhaft auf den Atemschutzpool im Landkreis Würzburg. „Dieser beweist eindrücklich wie interkommunale Zusammenarbeit bei der Feuerwehrausstattung funktioniert, Ressourcen schont und einen Mehrwert fürs Ehrenamt bietet. Die Sammelbeschaffung ist der konsequente nächste Schritt in diese Richtung – nur diesmal auf bayernweiter Ebene“. Weitere Fahrzeugtypen werden folgen, ist sich der Landtagsabgeordnete sicher - das Modell sollte erst der Anfang sein.